Melanie Langenhan

Hirntumore: Behandlungserfolg ist vorhersagbar

1. September 2009

München (netdoktor.de) – Ein Protein auf der Oberfläche der Krebszellen entscheidet darüber, ob ein Hirntumor auf Medikamente anspricht oder nicht. Anhand dieses sogenannten “Todesrezeptors” können diejenigen Patienten identifiziert werden, die gute Chancen haben, von einer Behandlung zu profitieren. Zusätzlich ist der Tumormarker ein vielversprechender Angriffspunkt für neue Krebstherapien, schreiben Heidelberger Forscher im renommierten Fachmagazin “Clinical Cancer Research” (2009; 15: 5457-65).

 

Bei bösartigen Hirngeschwülsten ist eine medikamentöse Therapie (Chemotherapie) oft wirkungslos. Ein Team um den Neuropathologen Dr. Wolf Müller hat jetzt herausgefunden, warum das so ist. Idealerweise binden Krebs-Medikamente an den Rezeptor DR4 – eine Oberflächenstruktur der Tumorzelle – und lösen so deren Selbstmordprogramm aus. Nach diesem Rezeptor haben die Wissenschaftler in Gewebeproben verschiedener bösartiger Hirntumore gesucht. In drei Viertel der Astrozytom-Proben fanden sie ihn “abgeschaltet” und damit funktionslos vor.

Patienten können womöglich bald von dieser Erkenntnis profitieren. Denn mit einer gezielten Analyse des Tumorgewebes ist es möglich, noch vor Therapiebeginn diejenigen Patienten zu identifizieren, bei denen eine Chemotherapie gute Erfolgschancen hat. Allen Anderen können so unnötige Nebenwirkungen der Behandlung erspart werden.

Gleichzeitig ist das Protein DR4 ein attraktives Ziel für neue zielgerichtete Krebs-Therapien. Ein vielversprechendes Medikament wird bereits in klinischen Studien getestet. Der Wirkstoff Mapatumumab bindet direkt an den Rezeptor DR4 und treibt die Zellen in den Selbstmord. Der Rezeptor kommt im Gehirn in der Regel nur auf Tumorzellen und nicht auf gesunden Zellen vor. Die Forscher hoffen, mit diesem Medikament Krebszellen zu erwischen, die tief im Gehirngewebe liegen und nicht operativ entfernt werden können. (nb)

 

Posted via web from Tumorsupport

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