Melanie Langenhan

Epilepsie ist keine Geisteskrankheit

11. Mai 2009

Die Einstellung gegenüber Epileptikern hat sich in den vergangenen 40 Jahren positiv verändert. Hielt 1967 noch mehr als jeder vierte Bundesbürger Epilepsie für eine Form der Geisteskrankheit, war es 2008 nur noch etwas mehr als jeder zehnte. Auch haben nur noch 8 Prozent etwas dagegen, wenn das eigene mit einem epilepsiekranken Kind spielt. 1967 waren es noch 37 Prozent. Die Vorbehalte gegenüber einer Heirat mit einem Epileptiker seien mit 19 Prozent noch immer hoch.

Quelle: Ärztezeitung vom 11.05.2009

Aus der oben zitierten Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie wird deutlich, dass viele Deutsche nach wie vor unwissend sind, worum es sich bei Epilepsie überhaupt handelt.

Rund 5% der epileptischen Anfälle sind auf Hirntumoren zurück zu führen; für viele Hirntumorpatienten gehören die Anfälle jedoch zur Erkrankung – als Symptom oder chronische Folge – dazu.

Medizinisch betrachtet handelt es sich bei epileptischen Anfällen um elektrische Entladungen im Gehirn. Sie können – vereinfacht dargestellt – zu Muskelkrämpfen bis zur Bewußtlosigkeit führen oder Taubheitsgefühle u.ä. in einzelnen Gliedmaßen auslösen. Manche Patienten beobachten auch Auren, Sprachblockaden oder “geistiges Wegtreten” ohne Bewußtseinsverlust.

Für Beobachter eines epileptischen Anfalls kann die Situation dramatischer erscheinen als sie ist; dennoch können und sollten sie ggf. helfen (s. Erste-Hilfe-Tipps in den Links am Ende des Beitrags).

Epilepsie ist nicht ansteckend. Es wäre schön und ist für alle Betroffenen zu hoffen, dass es bald überhaupt keine Stigmatisierung Epilepsie-Erkrankter mehr geben wird.

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Epilepsie – Artikelübersicht der Ärztezeitung
Epilepsie bei Wikipedia.de
Erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall
Erste-Hilfe-Merkblatt des Informationszentrums Epilepsie
Blut-Hirn-Schrankenstörung und Entstehung von Epilepsie
Dissertation von Ernst Seiffert, Berlin
Epilepsie-Online
Seit dem 17. Mai 1999 hat "Epilepsie-Online" Tag und Nacht, rund um die Uhr, seine Türen geöffnet. Wir wollen gleichermaßen erreichbar sein für Menschen mit Epilepsie, wie auch für Menschen, die sich über Epilepsie informieren und austauschen möchten.
Patientenbroschüren zu wichtigen Themen bei Epilepsie
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