Melanie Langenhan

Gesunde Schokolade

6. Mai 2009

pixelio.de Fotograf tommyS © Digitalfotovision

Heute ist “Anti-Diät-Tag” und damit ein guter Anlass, auf die besonderen Wirkstoffe in Lebensmitteln hinzuweisen, die bei Diäten nicht auf den Tisch kommen.

Die bekanntesten gesunden “Sünden” sind Rotwein, Kakao und Schokolade, gerade auch im Duett bei Feinschmeckern beliebt. Das Gute daran/darin sind die Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung.

Wikipedia.de schreibt über Polyphenole folgendes (Artikel gekürzt):

Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an den aromatischen Ring gebundene Hydroxylgruppen enthalten und zu den sekundären Pflanzenstoffen gerechnet werden. Natürliche Polyphenole kommen in Pflanzen als bioaktive Substanzen wie Farbstoffe (Flavonoide, Anthocyane), Geschmacksstoffe und Tannine vor. Sie sollen die Pflanze vor Prädatoren schützen oder durch ihre Farbe Insekten zur Bestäubung anlocken. Weiterhin sind Polyphenole Grundbausteine wichtiger Biopolymere wie Lignin und Suberin.

Herkunft

Viele Polyphenole gelten als gesundheitsfördernd. Pflanzen mit hohem Polyphenolgehalt sind beispielsweise die Apfelbeeren, die Blätter und Trauben roter Weinreben, auch als Rotwein oder Sherry, die Schale und das Fruchtfleisch der Mangostanfrucht (Garcinia mangostana), der Saft des Granatapfels (Punica granatum), der unter anderem Punicalagin, Crosmine, Ellagsäure und Gallussäure enthält, Ginkgo, Tee, Zistrosen, die Samen von Perilla (Perilla frutescens), Schwarznessel, Chinesische Zitronenmelisse, Wilder Sesam.

Wirkung

Einige Polyphenole wirken wie andere Antioxidantien unter anderem entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Im Rahmen verschiedener Studien mit bestimmten Polyphenolen wurde ein gehemmtes Wachstum von Krebszellen in der Brustdrüse, Lunge, Haut, dem Darm und der Prostata beobachtet (Lansky 2007). Flavonoide und Anthocyane schützen Körperzellen vor freien Radikalen und verlangsamen die Zelloxidation. Sie vermindern die Fettablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen und beugen damit der Arteriosklerose vor. So reduzierte sich die Dicke der inneren Gefäßwand der Arteria carotis bei Patienten mit Arteriosklerose nach einjähriger Anwendung einer Granatapfelzubereitung um 30 %, während sie in der Kontrollgruppe um 9 % zunahm (Aviram 2004). Weiterhin konnte in einer Studie vom Vanderbilt University Medical Center nachgewiesen werden, dass bei regelmäßigem Fruchtsaftkonsum das Risiko für eine Alzheimererkrankung um bis zu 76 % gesenkt werden kann, wofür ebenfalls Polyphenole verantwortlich gemacht werden.

Gleichzeitig können sich Polyphenole aus pflanzlicher Nahrung an Verdauungsenzyme binden und so die Nährstoffaufnahme im Darm vermindern. Beim gesunden Menschen verhindern die im Speichel enthaltenen prolinreichen Proteine diese Wirkung, indem sie einen im Verdauungstrakt stabilen Komplex mit den Polyphenolen bilden.

Polyphenole aus Weintrauben hemmen die Bakterienart Streptococcus mutans, die zum Aufbau von Zahnbelägen (Plaque) und sogenannten Biofilmen auf den Zähnen beiträgt. Durch ihre bakterizide Wirkung hemmen Polyphenole die schädlichen Auswirkungen der Bakterien und wirken so auch vorbeugend gegen Zahnkaries.

Toxikologie

Viele Polyphenole besitzen in geringer Dosis positive biologische Eigenschaften. Apigenin, Quercetin und Kaempferol wirken cytostatisch (Antitumor-Wirkung).

Das Glas Rotwein ist als gesundheitsförderndes Mittel also schon genehmigt, aber Schokolade?

Auf Theobroma-cacao.de fand ich diese Erläuterung:

Grundsätzlich enthält jede Schokolade (außer Weiße Schokoalde) auch Polyphenole. Aber schon die Wahl der Kakaosorte und der Anbaumethode haben starken Einfluss auf den Polyphenolgehalt der späteren Schokolade (Informationen zum Polyphenolgehalt der Kakaosorten). Einige Schokoladenhersteller haben daher spezielle Schokoladen entwickelt, die einen besonders hohen Anteil an Polyphenolen haben.

Acticoa.com erläutert ausserdem:

A fully grown cocoa bean contains more than 200 substances that promote good health. One group of these beneficial substances are the cocoa flavanols. Scientific research has shown that these powerful antioxidants may have a positive effect on both body and mind.

ACTICOA™ chocolate contains one of the highest cocoa flavanols levels in the world.

A minimum portion of 5.6 gr of ACTICOA™ dark chocolate contains the minimum amount of 168 mg flavanols required to claim the antioxidant effect.

A minimum portion of 15.3 gr of ACTICOA™ milk chocolate provides you with the minimum amount of 168 mg flavanols required to claim the antioxidant effect.

A minimum portion of 1.68 gr of ACTICOA™ cocoa powder is sufficient to reach the minimum amount of 168 mg flavanols which are required to claim the antioxidant effect.

In Deutschland gibt es bislang sehr wenige Produkte mit ACTICOA™ im Handel. Umso mehr habe ich mich gestern gefreut, in unserer örtlichen Apotheke (!) die Stollwerck Apotheken Schokolade vorzufinden (gleich gekauft und getestet). Stollwerck gehört zum Barry Callebaut-Konzern und damit zu der Firma, die ACTICOA™ international vertreibt.

Eine Tafel von 125 g kostet ca. 2,50 EUR und – schmeckt lecker (auch in kleinerer Dosis).

Übrigens, gerade diese Tage las ich im Internet (Ärztezeitung):

Kakao-Inhaltsstoffe senken den Blutdruck und stärken die Nerven. Forscher der britischen Universität Northumbria haben belegt, dass der Kakaoinhaltsstoff Flavonol auf das Gehirn wirkt.Dazu tranken gesunde Erwachsene Kakao mit 500 Milligramm Flavonol, eine weitere Gruppe mit 1000 Milligramm und die Kontrollgruppe keinen Kakao. Danach mussten sie Mathe-Aufgaben lösen. Die die höchste Kakaomenge genossen hatten, schnitten am besten ab.

Fotograf tommyS © Digitalfotovision PIXELIO

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