Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz.) erklärte in seiner Pressemitteilung Nr. 18 vom 26.03.2009, dass es Wissenschaftlern in Deutschland gelungen ist, eine fluoreszierende Substanz an Albumin anzukoppeln. Albumin ist ein Bluteiweiß, das sich im Hirntumor anreichert. Hirnchirurgen wird es dadurch erleichert, Tumorgewebe von gesundem Gewebe zu unterscheiden und operativ zu entfernen.
Die Wissenschaftler erprobten das Albumin-Verfahren an dreizehn Patienten mit bösartigen Gliomen. In neun Fällen gelang es dank des intensiv gelbgrünen Leuchtsignals, das fluoreszierende Tumorgewebe vollständig zu entfernen. Die Forscher errechneten, dass es sich bei dem leuchtenden Gewebe mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent um Tumorzellen handelt.
“Die Färbung ist eine erhebliche Erleichterung für den Operateur, da er die genaue Grenze zwischen Tumor- und normalem Hirngewebe erkennt, was sonst sehr schwierig ist”, erklärt Dr. Eva Frei [Deutsches Krebsforschungszentrum].
“Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass der Tumor oft Druck auf die Hirnhaut ausübt, und wenn diese für die Operation aufgetrennt wird, verschiebt sich der Tumor oder ändert seine Form”. Dieser so genannte “Brainshift” wird durch die neue Methode berücksichtigt und erspart den Ärzten aufwändige Kernspintomographien während des chirurgischen Eingriffs. Weitere Vorteile dieser neuen Technik beruhen darauf, dass sie gut verträglich, kostengünstig und leicht anzuwenden ist.
Mit einer größeren Studie, an der sich mehrere Krankenhäuser beteiligen, sollen im kommenden Jahr die Verträglichkeit und die Effektivität der Färbung bestätigt werden. Dabei werden die Wissenschaftler langfristig verfolgen, ob sich durch das neue Verfahren die Prognose der Betroffenen verbessert.
Paul Kremer, Mahmoudreza Fardanesh, Reinhard Ding, Maria Pritsch, Saida Zoubaa und Eva Frei: Intraoperative fluorescence staining of malignant brain tumors using 5-aminofluorescein-labeled albumin. Neurosurgery 2009, DOI:10.1227/01.NEU.0000335787.17029.67.